Verrückt, welchen Zick-Zack-Kurs mir mein Berufsleben beschert
Der Weg zum Pixelarchitekten
Wenn ich auf mein bisheriges Arbeitsleben zurück schaue muss ich manchmal selbst den Kopf schütteln und frage mich dann meistens wo der Weg
wohl in der Zukunft noch hinführt.
Grafische Arbeit zu verrichten war schon immer mein Traum und das Talent war ausreichend ausgeprägt.
Die Leistungen in meiner Jugend liessen mich aber erstmal einen anderen Weg einschlagen.
Ein Leben für BMX-Bikes und Graffiti und später für den Airbrush war wichtiger als Oberschule.
Mit einem Hauptschulabschluss von der Schule abgegangen, stand für mich ein Studium gar nicht zur Debatte. Also erstmal eine solide handwerkliche Ausbildung.
Ich war mit 19 Jahren ausgebildeter Konstruktionsmechaniker und schon nach einem Jahr Gesellendasein gab der Arbeitsmarkt keine Stelle mehr für mich her.
Zum Glück hatte ich bereits neben der Ausbildung die Mittlere Reife auf der Abendschule nachgeholt, denn so entschloss ich mich gegen die Arbeitslosigkeit und setzte mich
nochmal dreieinhalb Jahre auf die Schulbank um mein Abi auf dem Kolleg nachzuholen.
Eine ziehmlich verrückte Zeit begann, denn neben Airbrush und BMX kam nun noch dazu, dass ich nachts mein Nebeneinkommen in Clubs als Dj verdiehnte. Damit wurde ich
vollkommen unerwartet mehr und mehr erfolgreich und das ganze führte bis zur eigenen wöchentlichen Radiosendung bei einem der bedeutendsten Sender Berlins.
Nach dem Abitur durfte nichts umsonst gewesen sein und so entschloss ich mich zum Studium. Architektur sollte es sein.
Ein Studium an der Fachhochschule in Potsdam, in dem viel Gestaltung und Design zum Grundstudium gehörte.
Viereinhalb Jahre später hatte ich mein Diplom in der Tasche und war wieder in der Situation, dass der Arbeitsmarkt, zumindest hier in Berlin, für meinen Beruf nichts zu
bieten hatte.
Ewige unbezahlte Praktika wollte ich nicht machen um dann, wie es oft der Fall ist, am Ende doch keinen festen Architektenjob zu haben. Kleinere Entwürfe, die meistens
über die Vermittlung dritter entstanden, konnte ich hin und wieder planen.
Das Platten Auflegen wurde zur freiberuflichen Haupteinnahme, von der man eigentlich auch ganz gut leben kann wenn man relativ weit gekommen ist.
Aus reiner Neugier und um Musik auch selbst gestalten zu können, habe ich dann ein Praktikum in der Musikproduktion im Radio gemacht. Ein weiterer Zweig, durch den ich den
professionellen Umgang mit Sound erlernt habe, um Radiospots, Jingles und Beats produzieren zu können.
Nach und nach bot ich Veranstaltern an, Drucksachen für Werbung, Logos und Webseiten zu entwickeln.
Die Erfahrung und das Studieren vieler Fachbücher in Gestaltung und Design in Kombination mit dem Wissen über Nachtleben und Berliner Party-Szene waren die perfekte
Grundlage, um auf dem Markt konkurrieren zu können.
Zur Zeit befasse ich mich damit, das Erstellen von Webseiten nicht nur oberflächlich wie bisher zu beherrschen, sondern informativ, valide und trotzdem in schönem
Design.
Monatelanges Wälzen von Büchern, Regeln, Codes usw. habe ich hinter mir und erste Projekte sind in dem Bereich bereits abgeschlossen.


